DVD+RW
DVD+RW steht, ebenfalls wie DVD-RW, zum einen für einen mehrmals beschreibbaren DVD Rohling, zum anderen für das Recording-Format DVD+RW ( DVD-Recording Formate).
Ein DVD+RW Medium fasst mit 4,7 GByte die gleiche Datenmenge wie eine DVD-R bzw. DVD-5. Die Hersteller geben für das Medium bis zu 1000 Schreib-/Löschvorgänge an.
Das DVD+RW Format ist nicht identisch mit dem DVD-RW Format. Beide Formate sind auch nicht kompatibel zueinander!
Das DVD+RW Format ist (noch) nicht vom weltweiten DVD-Forum als Standard annerkannt. Trotzdem wird es von Philips, Sony, HP, Yamaha, Mitsubishi, Ricoh und Thomson unterstützt.
Technisch gesehen ist die DVD+RW sehr eng mit der populären CD-RW verwandt. Deshalb hat die DVD+RW von allen DVD-Recorder Formaten den Bonus, das sie auf (fast) allen DVD-Playern und DVD-ROM Laufwerken abspielbar ist. Selbst das manchmal lästige "Finalisieren" entfällt.
Aufbau einer DVD+RWDie DVD+RW ähnelt in vielen Eigenschaften der DVD-RW. Minimale und maximale Pitlänge, Spurabstand und Länge der Datenbits sind identisch. Der Laser arbeitet mit 650nm.
Wie bei der CD-RW wird zum Speichern eine Farbschicht aus einer Matall-Legierung (engl. alloy) verwendet, deren atomares Gefüge durch die Phase-Change-Technologie verändert wird.
In die transparente Substratschicht der DVD-RW ist eine sinusförmig gewundene Datenspur gepresst, die spiralförmig von innen nach aussen verläuft. Die Daten werden in den Vertiefungen zwischen den spiralförmigen Windungen gespeichert. Auf der sinusförmigen Spirale befinden sich sogen. "land prepit areas", die Informationen zur Adressierung bestimmter Sektoren tragen. Im Gegensatz zur DVD-RW ist die sinusförmige Datenspur der DVD+RW höherfrequent. Deswegen sprechen die Hersteller hier von einer "High-Frequency-Wobbled-Groove-Methode".
nach oben
KompatibilitätDie DVD+RW hat einen wesentlich geringeren Reflexionsgrad als die einmal beschreibbare DVD-R. Aus diesem Grund werden DVD+RWs (trotz Beteuerung der Hersteller) nicht von jedem DVD-Player erkannt. Der Reflexionsgrad entspricht ungefähr dem einer industriell gepressten DVD-9 (einseitig, zwei Layer). Ein herkömmlicher DVD-Player sucht in diesem Fall vergeblich nach dem nicht vorhandenen zweiten Layer und meldet "Error". Die Kompatibilität zu handelsüblichen DVD-ROM- (PC-Laufwerken) und DVD-Playern liegt bei ca. 50% - 70%.
DVD-RAM Recorder spielen keine DVD+RW ab.
KopierschutzDie DVD+RW eignet sich ebenso wie die DVD-R(G) nicht zum 1:1 Kopieren bespielter DVD-Videos. Bereits werkseitig ist in den Rohlingen ein Kopierschutz eingepresst, der nicht überschrieben werden kann.
CLV versus CAVIm Unterschied zu anderen Rewritable-Medien ist es möglich, die DVD+RW sowohl im CLV-Modus als auch im CAV-Modus zu beschreiben. Im CLV-Modus (CLV = Constant Linear Volocity) erfolgt das Schreiben und Lesen des Mediums mit einer konstanten Datenrate. Hierzu muß die Drehzahl der Disc zum äußeren Rand hin reduziert, bzw. zum inneren Rand hin beschleunigt werden.
Der CLV-Mode ist der normale Betriebmodus für wiederbeschreibare Disc-Medien. Nachteil des CLV-Modus ist, dass beim Schreiben und Lesen nicht nur der Laser exakt positioniert werden muß, sondern auch die Drehzahl der Disc nachgesteuert werden muß. Das kann u.U. zu Timing-Problemen führen. Außerdem ist die max. Spielzeit begrenzt.Für nichtlineare Videoaufzeichnungen ist der CLV-Modus nicht optimal.
Im CAV-Modus (CAV = Constant Angle Velocity) dreht die Disc mit einer konstanten Drehzahl wodurch die Laserpositionierung schneller und exakter erfolgen kann. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich neue Videosequenzen nahtlos an bereits bestehende Aufnahmen anfügen lassen ("Lossless Linking").
Da im CAV-Mode die Datenrate am äußeren Rand der Disc aber stark zunimmt, müssen der Laser und das Phase-Change-Material für das schnellere Schreiben ausgelegt sein. Im DVD+RW System werden diese Punkte erfüllt.
nach oben