THX
Das von George Lucas und Tomlinson Holman ursprünglich für das Kino entwickelte THX steht für möglichst realistischen Kinosound im heimischen Wohnzimmer, wobei die einer strengen Qualitätsnorm unterliegenden Heimkino-Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.
Durch THX klingen die eigentlich für große Kinosäle abgemischten Soundtracks auch im Wohnzimmer perfekt. Hierbei wird das Klangbild des Films den raumakustischen Begebenheiten des jeweiligen Hörraumes angepaßt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Surround-Anlage exakt den Anforderungen für Home-THX entspricht.
Anforderungen für THXHier unterscheidet man zwischen zwei Zertifizierungen: THX Ultra und THX Select, wobei THX Ultra der ursprünglichen Home-THX Norm entspricht und für die Wiedergabe in größeren Räumen ausgerichtet ist.
Die Lautsprecher-Charakteristik ist hier exakt festgelegt. Es wird besonderer Wert auf gute Dialogverständlichkeit, eine punktgenaue Lokalisierung von Geräuschen von vorn und eine vertikale, zielgerichtete Abstrahlung gelegt. Reflektionen des Schalls von vorn sollen vermindert und der direkte Sound-Anteil erhöht werden. Daher wurden für die einzelnen Lautsprecher genaue technische Vorgaben festgelegt: Die Frontlautsprecher müssen ähnlich dem D'Appolito-Prinzip (der Hochtöner wird von zwei Mittel-/Tieftönern oben und unten eingerahmt) aufgebaut sein, einen Frequenzbereich von 80Hz bis 20kHz übertragen und die Schallabstrahlung soll horizontal breit und vertikal schmal sein. Laut Lucasfilm sollten akustische Informationen ohne optischen Anker auf dem Bildschirm vom Zuschauer nicht lokalisierbar sein. Für diese diffuse Abstrahlung müssen die verwendeten Lautsprecher als Dipolstrahler aufgebaut sein und in 1,60m Höhe links und rechts neben dem Hörplatz angebracht werden, wodurch der Schall erst nach mehreren Reflektionen das Ohr erreicht. Auch an den Verstärker/Receiver werden erheblich höhere Ansprüche in puncto Leistung und Klangqualität gestellt.
Für THX Select, das für kleinere Räume ausgelegt ist, sind die Anforderungen weniger kompromißlos gestellt, wodurch auch die Ausrichtung der Lautsprecher erheblich einfacher und weniger wissenschaftlich ausfällt. Ferner lassen sich Ungenauigkeiten bei der Aufstellung bei THX in Verbindung mit Digital-Surround-Systemen leicht durch Sound-Tuning beheben.
Da die Anforderungen für THX Ultra von kaum einer Heimkinoanlage erfüllt werden können, kommt im Heimbereich meist THX Select zum Einsatz.
| System |
THX-Ultra |
THX-Select |
| Frontlautsprecher |
Abstrahlwinkel und Frequenzgang streng limitiert |
Abstrahlwinkel und Frequenzgang großzügiger |
| Surround-Lautsprecher |
Dipollautsprecher Pflicht |
Dipollautsprecher empfohlen |
| Lautsprecher-Aufbau |
Anordnung und Aufstellung streng reglementiert |
Anordnung und Aufstellung einfacher und flexibler |
| Subwoofer-Übernahmefrequenz |
80 Hz |
100 Hz |
| Lautstärke-Peak-Level |
105 dB |
105 dB |
| Leistungsprofil (THX-Wortlaut) |
Mehr Ausgangsleistung als der normale AV-Verstärker oder AV-Receiver. Hält die striktesten Anforderungen an geringes Grundrauschen und geringe Verzerrung ein. Ist ausgelegt für die Leistungsbedürfnisse großer Hörräume. |
Ausgangsleistung soll exakt den Bedürfnissen von Mehrkanal-Software entsprechen. Aufbau des AV-Verstärkers/Receivers einfacher und damit kostengünstiger. Weniger Leistung für kleine bis mittlere Hörraumgrößen. |
| Übertragungsbereich: Surroundkanäle |
100Hz - 7kHz |
voller Frequenzgang |
| Raumgrößen |
über 30 qm |
bis 30 qm |
|
Funktion von THXDas THX-System verarbeitet die analogen Ausgangskanäle von Dolby Pro Logic-Systemen und Digital-Surround-Systemen.
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Der THX-Schaltkreis beinhaltet folgende
Funktionen:- Re-EqualisationDer original Soundtrack ist für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit besonderen Klangvorraussetzungen konzipiert. Die Lautsprecher sind weit vor den Zuschauern, bzw. hinter der Leinwand positioniert. Um auch in der letzten Reihe gute Sprachverständlichkeit zu gewährleisten, müssen die hohen Frequenzen lauter wiedergegeben werden als die Bässe.
Wird dieser Soundtrack auf einer Heimkinoanlage wiedergegeben, wäre ein zu grelles, unnatürliches Klangbild durch Überbetonung des Mittel- und Hochtonbereiches die Folge. Durch Re-Equalisation wird die Hochtonanhebung ausgeglichen. Musik und Sprache werden natürlich und realistisch wiedergegeben.
- Timbre MatchingIm Kino werden Surround-Effekte durch eine Vielzahl von Lautsprechern realisiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher zu gewährleisten. Hierbei muß der Klang aller verwendeten Lautsprecher zueinander passen. Im Heimkino stehen jedoch nur zwei, bestenfalls vier Surroundlautsprecher zur Verfügung, deren Klang durch die Klangfarbenanpassung Timbre Matching an den Klang der drei Frontlautsprecher angepaßt wird.
- DecorrelationDolby Pro Logic arbeitet mit drei Frontlautsprechern und einem Mono-Effektkanal, welcher von zwei Lautsprechern übertragen wird. THX verbessert durch Decorrelation den Eindruck, dass die Effekte nicht von zwei Lautsprechern abgestrahlt werden, sondern für den Zuschauer nicht ortbar aus dem Raum kommen. Hierbei wird der Monokanal in zwei Kanäle aufgetrennt, deren Frequenz und Phasenlage gerade soweit voneinander abweichen, dass sie als unterschiedlich empfunden werden.
Durch die Digitaltechnik kommen zwei weitere Funktionen hinzu:
- Bass Peak ManagementDer lauteste Teil eines Film-Soundtracks ist der Bassanteil, welcher an den über den LFE-Kanal (Low Frequenzy Effects) angeschlossenen Subwoofer ausgegeben wird. Durch die extrem große Dynamik eines Dolby Digital Soundtracks kann es daher vorkommen, dass der Subwoofer Signale übertragen muß, die sein Leistungsvermögen übersteigen. Die Folge wären erhebliche Klangbeeinflussungen durch Verzerrungen und Durchschlagen des Basssystems. Durch Bass Peak Management wird das Basssignal auf einen Spitzenwert begrenzt, so dass das Leistungsprofil des Subwoofers nicht überschritten wird.
- Loudspeaker Position Time SynchronisationIm Idealfall weisen alle Lautsprecher eines Mehrkanalsystems den gleichen Abstand zur Hörposition auf, was in der Praxis jedoch meist anders aussieht. Die Loudspeaker Position Time Synchronisation gleicht diese Unterschiede durch digitale Einstellung der Verzögerungszeit jedes einzelnen Lautsprechers zur Hörposition aus.
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THX Surround EXTHX Surround EX ist als Erweiterung zu Dolby Digital EX zu betrachten. Dieses von Lucasfilm und den Dolby Laboratories gemeinsam entwickelte System gibt den Filmton über 7.1 Kanäle wieder, wobei zum 5.1-Format zwei Rear Surround Lautsprecher hinzugefügt werden. Diese werden im Rücken des Zuschauers mit geringem Abstand zueinander hinter den Surroundlautsprechern aufgebaut. Beide strahlen das gleiche Signal ab, welches sich jedoch für jeden Lautsprecher getrennt einpegeln und laufzeitoptimieren läßt. Im Grunde handelt es also nur um 6.1 Kanäle: drei Frontkanäle, Surround links und rechts, Subwoofer und ein mittlerer Surroundkanal, welcher, wie oben erwähnt, aufgetrennt wird.
THX im KinoFür das Zertifikat "THX-Kino" muß ein Filmtheater strenge Anforderungen erfüllen, die von der Firma Lucasfilm regelmäßig geprüft werden. Der Kinosaal und alle Geräte der Übertragungskette müssen den Ansprüchen von Lucasfilm entsprechen. Hierzu gehört unter anderem eine besonders schalldurchlässige Leinwand, eine gute Schallisolierung nach außen und eine extrem leise arbeitende Klimaanlage. Ferner wird eine von vorn gerichtete Schallabstrahlung bei gleichzeitig absolut diffuser Abstrahlung des Raumkanals über mindestens zwölf Raumlautsprecher gefordert. Hauptbestandteil der Anlage ist eine aktive Frequenzweiche, die bei ca. 500Hz den Klang zwischen den hinter der Leinwand angeordneten Lautsprechernverteilt.
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